Habicht

Habicht in der Dehesa

 

Ein Traum von mir wurde war, diesen wunderschönen Greif in seinem Jagdgebiet zu fotografieren. Das Fotoversteck lag in einer so typischen Landschaftsform dieser Gegend. Sie wird auch Dehesa genannt. Sie zählt zu einer der ältesten Kulturlandschaften Europas. Stein- und Korkeichen werden in einem gewissen Abstand gepflanzt. Im Herbst können dann die berühmten Iberico-Schweine sich an den Eicheln sattfressen. Auch unsere nordischen Kraniche finden in ihren Überwinterungsquartier auf den Wiesen dazwischen reichlich Nahrung und die Eicheln schmecken ihnen auch.

Früh am Morgen ging es in das Versteck, nach dem altbewährten Indianer-Prinzip, Drei kommen, Einer geht. Da die Vögel nicht zählen können, ist es für sie ein vorübergehende Störung. Eine tote Wachtel auf einem Stein diente als Lockangebot. Die ersten Sonnenstrahlen erreichten den Boden, da kam auch schon ein Männchen und nahm den Catering-Service an. Eine Stunde tat er sich gütlich. Das Licht wanderte, sodass ich den Vogel mit den Farben der goldenen Stunde erwischte. Am späten Nachmittag kam ein Weibchen. Es ist viel größer als das Männchen. Dies gilt bei allen Greifvögeln. Das Weibchen fängt größere Beute, das Männchen kleinere. So wird das Nahrungsangebot für die Jungvögel erhöht und ein Revier wird nicht überfischt. Als die Sonne schon fast unterging, erschien nochmal das Männchen. Den Vogel in so viel unterschiedlichen Lichtstimmung abzulichten war für mich ein ganz großes Erlebnis.

 

Habichte zählen nicht zu den Freunden von Geflügelzüchtern und Brieftaubenbesitzer. Obwohl streng geschützt, wird ihm immer noch nachgestellt. Entweder nach alter Tradition geschossen, oder, was noch perfider ist, mit Giftködern vergiftet.

 

Tipps für die Fotografen

 

Ausrüstung

 

Canon R5, Canon 500mm, 4f, IS II, Gitzo-Stativ und Videoneiger. Aus einem verspiegelten Fotoversteck heraus fotografiert.

 

Einstellungen

 

Zeit eingestellt, je nach Bewegungsaktivität, immer mit dem Blick auf den ISO-Wert. Beim Fressen hielt er oft inne und schaute nach Gefahr. Ich konnte so meine Verschlusszeit reduzieren (1/250s) und somit bei den schwierigen Lichtverhältnissen den ISO-Wert geringhalten.