Makro-Fotografie

Makro-Fotografie - kleine Dinge ganz groß

 

Vorsicht: Makro-Fotografie kann süchtig machen. Fragen sie hierzu ihren Arzt oder Apotheker! Kleiner Scherz, aber ich habe wirklich Fotografen kennengelernt, die ihren Schwerpunkt auf Makro-Fotografie gelegt haben, nach dem sie diese Technik kennengelernt haben. Was ist so faszinierend an der Makro-Fotografie? Sehen sie das Beispielbild auf dieser Seite. Es zeigt eine Pflanze Namens "Bienenglück" Volksmund. Auf den Blüten sammelt eine Hummel fleißig Honig und Pollen. Da ich auch gerne Makros mache, habe ich den Blick auf die Kleinigkeiten entwickelt und somit schon das Bild im Kopf gehabt für dieses Foto. Man sieht Feinheiten, die uns ohne Lupe sonst verborgen bleibt. Es gibt viele schöne Beispiele; das Facettenauge und die Flügelstruktur von Insekten. Uns erschließt sich ein kleines/großes Reich, mit ganz vielen Geheimnissen und vielen tollen Motiven. Zudem wird unser Blickwinkel erweitert und wir schauen auch mal genauer hin, auf die kleinen scheinbar unbedeutenden Dinge.

 

Definition Makro-Fotografie

 

Man spricht von Makroaufnahmen, wenn der Abbildungsmaßstab 1:1 und größer ist. Beispiel: Ein Käfer hat eine Körperlänge von 36mm, genau so lang wie der EF-Sensor von der Canon Vollformat-Kamera. Also passt der Käfer eins zu ein mit seiner Länge auf den Sensor. Wird durch Zwischenringe nur Teilbereiche des Käfers dargestellt, z.B. nur das Auge, dann erhält man einen Abbildungsmaßstab von 2:1 oder 3:1.

Wird der Käfer kleiner dargestellt, z.B. mit Blume, erhält man einen Abbildungsmaßstab kleiner:1. Hier spricht man dann von Nahaufnahmen.

Soweit die Theorie. Aber wie will man dies als Laie beurteilen? Ich nehme mir heraus, auch für die Nahaufnahmen von Makros zu sprechen, so wie viele meiner Kollegen auch.

 

Was ist bei der Makrofotografie alles zu beachten?

 

- Ausrüstung für Makroaufnahmen:


– spezielles Makroobjektiv (nicht ganz billig, 400,- bis 800,- €). Ich empfehle eine große Brennweite ab 80mm, besser 100mm oder mehr. Vorteil einer großen Brennweite, man muss nicht so dicht an das Objekt, gerade bei Insekten wichtig. 


Zwischenringe so um die 60,- €, werden zwischen dem Normalobjektiv und der Kamera gesetzt. Ein Satz besteht aus drei Größen, die beliebig kombiniert werden können. Alle zusammen, ergeben die höchste Vergrößerung. Der Tiefenschärfenbereich ist aber dann sehr, sehr gering. Immer darauf achten, dass das Objekt parallel zur Optik steht.


– oder Nahlinsen (Satz zwischen 20,- und 30,- €). Nachteil: seitliche Schärfenabnahme.


Stativ oder BohnensackFernauslöser – eventuell ein Blitzgerät

 

Ihr braucht erst mal nicht mit einem teuren Makroobjektiv starten. Es geht auch wesentlich billiger, siehe oben (Zwischenringe, Nahlinsen). Eure ersten Gehversuche in dieser Disziplin, macht mit unbewegten Motiven. Blumen sind hier schöne und dankbare Motive (siehe auch "Foto-Rezepte - Blumenfotografie"). Mein erstes Makro war auch ein Blumenbild. Es kam so gut an bei meiner Frau und meinen Schwestern, dass ich ständig neuen Nachschub liefern muss. Ausgedruckt und auf eine kleine Staffelei gestellt, sind es immer wieder schöne Hingucker.

Was muss ich beachten bei der Fotografie, Tipps und Tricks?


– die richtige Tiefenschärfe

 

Bei der Makrofotografie ist der Tiefenschärfenbereich sehr gering. Einen Käfer von vorn bis hinten klar darzustellen, ist eine Herausforderung. Aber auch hier beachten, immer das Auge scharf stellen und möglichst den Käfer parallel zur Objektivebene ablichten. Hier ist oft eine kleine Blende erforderlich. Von 8f bis 22f.

Es ist aber auch Geschmackssache, inwieweit ich mit der Tiefenschärfe spiele. Oft hat das Zusammenspiel von Schärfepunkt und verschwommenen Hintergrund gerade seinen Reiz, siehe auch Bild oben. Manchmal wirkt es mystisch, manchmal abstrakt. Einfach mal ausprobieren. Schließlich sollt ihr euren einen Stil finden. Aber, das ist das Schöne an der Makro-Fotografie, mit der Tiefenschärfe zu spielen.

 

Es gibt aber auch eine Methode, einen Gegenstand von vorn bis hinten scharf darzustellen. Es ist das "Stacking". Diese Methode ist aber mit großem Aufwand verbunden und erfordert zwingend eine hierfür ausgerichtete Software. 

 

Eine Vorgehensweise beim Stacking:

 

     - das zu fotografierende Objekt darf sich nicht bewegen

     - Kamera auf ein Stativ positionieren

     - Autofokus und den Bildstabi ausstellen

     - Spiegelverriegelung aktivieren

     - auf Av, A stellen. Die Blende nicht auf maximale Tiefenschärfe einstellen. Meine Empfehlung f5 nicht größer als f10. Um so kleiner die Blende, um so schöner das Bukeh, um so schöner wird das eigentliche Motiv freigestellt, aber um so mehr Bilder musst du machen.

     - ein Kabelauslöser, oder Funkauslöser ist hier hilfreich, vielleicht sogar zwingend, da das Drücken auf den Auslöser schon feinste Veränderungen ergibt.

     - auf den vordersten Bereich, z.B. Fühler vom Käfer, fokussieren und erstes Bild erstellen.

     - langsam an den Fokusring drehen und den Schärfepunkt nach hinten verlagern und die nächste Aufnahme erstellen. Kameras mit WiFi-Funktionen können ggf. über Handy weitergestellt werden.

     - so geht es weiter bis das Ende des Motives erreicht ist. Dies kann, je nach Größe, zu 5 bis 30 Bilder ergeben.

     - Bilder in das Stacking-Programm laden und bearbeiten lassen. Programme gibt es reichlich: PS-CC, oder Helicon (beide müssen käuflich erworben werden). Als Freeware soll Combine ZP auch gute Dienste leisten.

     - Empfehlung: die Bilder nicht in zu hoher Auflösung erstellen. JEPG in mittlerer Auflösung ist schon ausreichend. Um so höher die Auflösung, um so größer der Rechnungsaufwand des Programmes und ggf. die Gefahr für Fehler im fertigem Bild.

 

Vorteil:    - durchgängige Schärfe 

Nachteil: - hoher Aufwand an Arbeit, Vorbereitung und Zeit

                - in der Outdoor-Fotografie nur begrenzt möglich (Wind und Erschütterungen)

                - Zusatzprogramm erforderlich.

 

– auf ein schönen Hintergrund (Bukeh) achten

 

Ich habe immer Tonpapier in verschiedenen Farben als Hintergrund parat, falls ich Blumen fotografiere. Falls der Hintergrund zu unruhig ist, hilft dieser Trick ganz gut (siehe auch "Foto-Rezepte - Blumenfotografie").

Störende Grashalme im Vordergrund und Hintergrund beseitigen (wegknicken, oder mit einer Schere entfernen).

 

– Wassertropfen bei der Blumenfotografie erzeugen

 

Bei Blumenaufnahmen, die Blüten vorher mit Wasser besprühen. Wassertropfen ist das Make-up der Blumen. Eine Sprühflasche ist hier Gold wert.

 

– das richtige Licht wählen

 

Auch mal gegen das Licht aufnehmen, besonders bei Blumenaufnahmen. Ein Blitzlichtgerät hilft auch bei Sonnenschein, das Objekt optimaler zu beleuchten.

 

– um so kleiner die Brennweite um so größer ist die Gefahr der Verwackelns

 

- Ein Stativ, oder Bohnensack ist manchmal unabdingbar. Auch wenn man eine kleine Blende wählt um eine hohe Tiefenschärfe zu erreichen, verlängert sich die Verschluss-Zeit.

- Ein Fernauslöser vermeidet, dass durch das Drücken des Auslösers kleinste Verwackelungen entstehen.

- Selbst das Schwingen des Spiegels kann zu kleinen Verwacklungen führen. Hier hilft die Spiegelverriegelung, die die meisten Hersteller anbieten (natürlich nicht bei den spiegellosen Kameras).

 

- der frühe Vogel fängt den Wurm

 

Dies gilt auch bei der Insektenfotografie. Schmetterlinge und Co sind am frühen Morgen noch träge. Die Fluchtdistanz ist dann gering. Man kommt nahe heran, bevor sie wegflattern.

 

Eine Auswahl von meinen Makrobildern findet ihr auch hier "Makro-Pflanzen"

 

Meine Kameraausrüstung für Makrofotografie:

 

Canon 5D IV und 7D, Canon 100mm, f2,8 USM, Zwischenringe und/oder Telekonverter Sigma 1,4x, Stativ, oder Bohnensack, Fernauslöser, Tonpapier, Sprühflasche mit Leitungswasser, evt. Blitzlichtgerät

 

Wie baue ich mit einfachen Mitteln mein Makrostudio? Im Link unten ein schöner Beitrag von Jimdo.

 

"https://de.jimdo.com/magazin/professionelle-produktfotos-mit-einer-diy-lightbox/?utm_campaign=20190326_Monthly_Newsletter&utm_source=Newsletter&utm_medium=email"

 


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