Makro-Fotografie - kleine Dinge ganz groß

 

Vorsicht: Makro-Fotografie kann süchtig machen. Fragen sie hierzu ihren Arzt oder Apotheker! Kleiner Scherz, aber ich habe wirklich Fotografen kennengelernt, die ihren Schwerpunkt auf Makro-Fotografie gelegt haben, nach dem sie diese Technik kennengelernt haben. Was ist so faszinierend an der Makro-Fotografie? Sehen sie das Beispielbild auf dieser Seite. Es zeigt eine Pflanze Namens "Bienenglück" Volksmund. Auf den Blüten sammelt eine Hummel fleißig Honig und Pollen. Da ich auch gerne Makros mache, habe ich den Blick auf die Kleinigkeiten entwickelt und somit schon das Bild im Kopf gehabt für dieses Foto. Man sieht Feinheiten, die uns ohne Lupe sonst verborgen bleibt. Es gibt viele schöne Beispiele; das Facettenauge und die Flügelstruktur von Insekten. Uns erschließt sich ein kleines/großes Reich, mit ganz vielen Geheimnissen und vielen tollen Motiven. Zudem wird unser Blickwinkel erweitert und wir schauen auch mal genauer hin, auf die kleinen scheinbar unbedeutenden Dinge.

 

Was ist bei der Makrofotografie alles zu beachten?

 

- Ausrüstung für Makroaufnahmen:


– spezielles Makroobjektiv (nicht ganz billig, 400,- bis 800,- €). Ich empfehle eine große Brennweite ab 80mm, besser 100mm oder mehr. Vorteil einer großen Brennweite, man muss nicht so dicht an das Objekt, gerade bei Insekten wichtig. 


Zwischenringe so um die 60,- €, werden zwischen dem Normalobjektiv und der Kamera gesetzt. Ein Satz besteht aus drei Größen, die beliebig kombiniert werden können. Alle zusammen, ergeben die höchste Vergrößerung. Der Tiefenschärfenbereich ist aber dann sehr, sehr gering. Immer darauf achten, dass das Objekt parallel zur Optik steht.


– oder Nahlinsen (Satz zwischen 20,- und 30,- €). Nachteil: seitliche Schärfenabnahme.


Stativ oder BohnensackFernauslöser – eventuell ein Blitzgerät

 

Ihr braucht erst mal nicht mit einem teuren Makroobjektiv starten. Es geht auch wesentlich billiger, siehe oben (Zwischenringe, Nahlinsen). Eure ersten Gehversuche in dieser Disziplin, macht mit unbewegten Motiven. Blumen sind hier schöne und dankbare Motive (siehe auch "Foto-Rezepte - Blumenfotografie"). Mein erstes Makro war auch ein Blumenbild. Es kam so gut an bei meiner Frau und meinen Schwestern, dass ich ständig neuen Nachschub liefern muss. Ausgedruckt und auf eine kleine Staffelei gestellt, sind es immer wieder schöne Hingucker.

Was muss ich beachten bei der Fotografie, Tipps und Tricks?


– die richtige Tiefenschärfe

 

Bei der Makrofotografie ist der Tiefenschärfenbereich sehr gering. Einen Käfer von vorn bis hinten klar darzustellen, ist eine Herausforderung. Aber auch hier beachten, immer das Auge scharf stellen und möglichst den Käfer parallel zur Objektivebene ablichten. Hier ist oft eine kleine Blende erforderlich. Von 8f bis 22f.

Es ist aber auch Geschmackssache, inwieweit ich mit der Tiefenschärfe spiele. Oft hat das Zusammenspiel von Schärfepunkt und verschwommenen Hintergrund gerade seinen Reiz, siehe auch Bild oben. Manchmal wirkt es mystisch, manchmal abstrakt. Einfach mal ausprobieren. Schließlich sollt ihr euren einen Stil finden. Aber, das ist das Schöne an der Makro-Fotografie, mit der Tiefenschärfe zu spielen.

 

– auf ein schönen Hintergrund (Bukeh) achten

 

Ich habe immer Tonpapier in verschiedenen Farben als Hintergrund parat, falls ich Blumen fotografiere. Falls der Hintergrund zu unruhig ist, hilft dieser Trick ganz gut (siehe auch "Foto-Rezepte - Blumenfotografie").

Störende Grashalme im Vordergrund und Hintergrund beseitigen (wegknicken, oder mit einer Schere entfernen).

 

– Wassertropfen bei der Blumenfotografie erzeugen

 

Bei Blumenaufnahmen, die Blüten vorher mit Wasser besprühen. Wassertropfen ist das Make-up der Blumen. Eine Sprühflasche ist hier Gold wert.

 

– das richtige Licht wählen

 

Auch mal gegen das Licht aufnehmen, besonders bei Blumenaufnahmen. Ein Blitzlichtgerät hilft auch bei Sonnenschein, das Objekt optimaler zu beleuchten.

 

– um so kleiner die Brennweite um so größer ist die Gefahr der Verwackelns

 

- Ein Stativ, oder Bohnensack ist manchmal unabdingbar. Auch wenn man eine kleine Blende wählt um eine hohe Tiefenschärfe zu erreichen, verlängert sich die Verschluss-Zeit.

- Ein Fernauslöser vermeidet, dass durch das Drücken des Auslösers kleinste Verwackelungen entstehen.

- Selbst das Schwingen des Spiegels kann zu kleinen Verwacklungen führen. Hier hilft die Spiegelverriegelung, die die meisten Hersteller anbieten (natürlich nicht bei den spiegellosen Kameras).

 

- der frühe Vogel fängt den Wurm

 

Dies gilt auch bei der Insektenfotografie. Schmetterlinge und Co sind am frühen Morgen noch träge. Die Fluchtdistanz ist dann gering. Man kommt nahe heran, bevor sie wegflattern.

 

Eine Auswahl von meinen Makrobildern findet ihr auch hier "Makro-Pflanzen"

 

Meine Kameraausrüstung für Makrofotografie:

 

Canon 5D III und 7D, Canon 100mm, f2,8 USM, Zwischenringe und/oder Telekonverter Sigma 1,4x, Stativ, Fernauslöser, Tonpapier, Sprühflasche mit Leitungswasser, evt. Blitzlichtgerät