Grundlagen der Fotografie


Einleitung

 

In diesem Seminar gebe ich einen Überblick über das gesamte Spektrum der digitalen Fotografie. Von der, Hardware, fotografische Grundregeln bis zum Präsentieren der eigenen Bilder. Neben der Theorie, gibt es auch praktische Übungen. Natürlich kann ich nur einen groben Überblick geben. Aber ihr sollt mitbekommen, was uns die moderne Technik an Möglichkeiten bietet.

 

Das Programm für die nächsten zwei Tage

 

– die Kamera und ihr Zubehör > Tipps auch für den kleinen Geldbeutel

– Bildaufbau > die Grundregeln

– kreative Bildgestaltung > mal ein Motiv anders darstellen

– Licht > Feind und Freund zugleich

– von der Automatik hin zu den Kreativprogrammen

– Blenden- oder Zeitautomat > wann wähle ich die richtige Einstellung

– die richtige Schärfe ist alles > was muss ich beachten 

– Makrofotografie > die Welt aus einer anderen Sicht

– Landschaftsfotografie > die Grundregeln

– Panoramafotografie > Tipps und Tricks für beeindruckende Bilder

– Grau- und Zirkular-Polfilter > die wichtigsten Einsatzbereiche

– HDR-Aufnahmen und Nachtaufnahmen

– Bildbearbeitungsprogramme von umsonst bis teuer. > Tipps und Tricks, wie man seine Bilder noch besser in Szene setzen kann.

– Wie kann ich meine Bilder präsentieren? > Tipps und Tricks für Fotobücher, Fotokalender, Internetforen und vieles mehr.

– Literaturhinweise


Die Kamera-Ausrüstung

 

 

 

Die Digitalisierung der Kamera ist ein Segen für uns Fotografen. Vieles war in der analogen Zeit nicht, oder nur mit viel Aufwand und Kosten möglich. Nun können wir noch bei schlechten Lichtverhältnissen gute Bilder schießen. Die dritte Stellschraube ISO-Einstellung, verbunden mit hoher Pixelauflösungen machen es möglich. Auch die schnellen Serienaufnahmen bei der Sport- und Vogelfotografie ist sehr vorteilhaft. Es kommen schnell paar hundert Bilder zusammen, was zur Zeit der analogen Fotografie unmöglich war. Das schnelle Speichern und die große Speicherkapazität der moderne Speicherkarten, lässt einen sorgenlos fotografieren. Schnell lässt sich auf dem Display die gewünschte Bildqualität überprüfen. Bei den Objektiven hilft der Bildstabi und die hohe Lichtempfindlichkeit. Der schnelle Auto-Fokus in Verbindung mit "al servo - kontinuierlicher Autofokus" ist kaum noch wegzudenken. 

Dann kommt noch die digitale Dunkelkammer hinzu. Mit den Bildbearbeitungsprogrammen können schnell Fotos nachgebessert werden. In der analogen Zeit benötigte man einen separaten Raum. In mühseliger Arbeit im Rotlicht mussten die Bilder in speziellen Säurebäder nachbearbeitet werden. Heute reicht ein PC, oder Laptop mit der entsprechenden Software und im Nu sind mit paar Mausklicks die gewünschten Änderungen eingearbeitet.

Aber, es gibt auch hier Leute, die der alten Zeit nachjammern, weshalb auch immer.


Die Kamera und ihr Zubehör > Tipps auch für den kleinen Geldbeutel

 

Bei den heutigen Angeboten von Kameras und Zubehör ist es schwer, sich für die richtige Kameraausrüstung zu entscheiden. Das Fotografieren ist ein beliebtes Hobby geworden, Dank der Digitalisierung. Der Markt ist groß und unübersichtlich. Ich möchte im ersten Teil einen Überblick und Tipps geben, über Kameratypen plus Zubehör.

Wie bei allen Hobbys gibt es einen einfachen Einstieg, aber nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

 

1. Prio ist natürlich die Kamera. Ich gehe davon aus, dass ihr euch schon auf eine Marke und einem Format festgelegt habt. Ich gehe auch davon aus, dass die meisten von euch über eine Spiegelreflexkamera verfügen. Aber auch kleine kompakte Kameras haben ihren Reiz. Ich war vor 11 Jahren beruflich für 4 Monate in Indien. Dort hatte ich immer meine Kompaktkamera Canon Ixus bei mir. Die meisten Bilder dienten für berufliche Dokumentationen. Nebenbei habe ich auch den ein und anderen Schnappschuss von Menschen gemacht. Vor zwei Jahren gab ich, aus einer Auswahl dieser Bilder, eine Ausstellung an der VHS unter dem Namen „In den Gesichtern Indiens“. Ihr seht, nicht immer führt das Teuerste zum Erfolg.

Der Mensch der die Bilder macht, hat den größten Anteil an der Qualität der Bilder.

 

Eine Spiegelreflexkamera besteht eigentlich aus zwei Komponenten: Das Gehäuse und das Objektiv.

 

Gehäuse

 

Hier haben die Hersteller Canon / Nikon und Co eine große preisliche Spreizung. Von 250,- bis 1400,- € bei  Cropformat-Kameras und1500,- bis 5000,- € und mehr bei Vollformatkameras. Ich empfehle nicht mit der preislich untersten Kamera anzufangen. Aber auf keinen Fall nicht gleich zu hoch einzusteigen. Das Gehäuse steckt voller Elektronik. Es ist wie bei allen elektronischen Geräten. Die Entwicklung geht rasant. Meist werden nach zwei, drei Jahren überarbeitete Gehäuse angeboten, mit noch mehr Funktionen und noch leistungsfähigeren Sensoren. Aber mal im Ernst, selbst ich benutze viele Funktionen meiner Kamera überhaupt nicht, oder nur sehr selten. Lasst euch nicht verrückt machen von irgendwelchen Testergebnissen neuer Modelle.

 

Tipp:  Im Internet gibt es eine schöne Seite mit Test und Preisen der großen Hersteller. Sucht auf Google unter www.traumflieger.de

Tipp:  Auf Reisen nehmt eure Kamera immer mit ins Handgepäck.

 

Was ist der Unterschied zwischen Crop- und Vollformatkameras?

 

Bei der Cropformat-Kamera ist der Sensor kleiner (das Herzstück einer digitalen Kamera). Man spricht bei Canon vom Faktor 1,6 zu einer Vollformatkamera. Der Vorteile einer Cropformatkamera ist, dass man einen kleinen Bildausschnitt nutzt. Bei der Naturfotografie, oder auch bei Makrofotografien, kann dies hilfreich sein. Nachteil ist ein starkes Rauschen bei hohen ISO-Werten (hierzu später mehr) und wenn ihr extreme Weitwinkelaufnahmen machen möchtet.

 

Die Vollformatkamera hat einen großen Sensor, der das Objektiv voll ausnutzt. Dieser Sensor ist auch meist Leistungsstärker und das Nicht-Rauschen ist viel besser. Bei schlechten Lichtverhältnisse sowie bei Landschaftsfotografie hat dieser Kameratyp seine Vorteile. Nachteile sind - teuer und die Objektive die für Cropformatkameras ausgelegt sind, können hier nicht verwendet werden. Umgekehrt ja. Eine Grafik, die das Prinzip darstellt, siehe unten.

Die Systemkamera

 

Systemkameras werden immer beliebter. Warum?

 

Vorteile:

 

- Systemkameras sind spiegellos, das heißt, dass die Bauweise viel

kompakter gestaltet werden kann. Das spart Gewicht und Raum.

 

- Die Sensoren sind groß und bieten eine Menge an Pixel. Die Auflösung der Bilder ist teilweise revolutionär.

 

- der Dynamikumfang ist meist auch besser als bei einfachen Spiegelreflex-Kamera. Gut bei kritischen Belichtungen (hell und dunkel)

 

- Durch den Entfall des Klappmechanismus des Spiegel, können noch schnellere Serienaufnahmen gemacht werden.

 

- Es besteht trotzdem die Möglichkeiten, auf spezielle Objektive zu wechseln.

 

Nachteil gibt es aber auch:

 

- Der klassische Sucher fällt weg. Es kann nur über den Live-View-Modus (großes Display) fokussiert werden. Das frisst viel Strom. Oft sind die Akkus schnell leer. Daher meine Empfehlung, sich unbedingt einen zweiten Akku zulegen.

 

- Die Zusatzobjektive sind teuer. Zwar kann man Objektive von anderen Firmen, z.B. Canon, adaptieren, aber dann ist der Autofokus viel zu langsam.

 

Trotzdem bahnt sich hier ein Wandel an: weg von der unhandlichen Spiegelreflex hin zu der Systemkamera. Aber so ist das Leben in unserer Zeit. Was vor 10 Jahren noch als das Non plus Ultra galt, ist in kurzer Zeit überholt.

 

Abschluss nun, was rate ich euch?

 

Wer gerne und viel fotografiert ist auch mit einer SK bestens bedient. Wer, so wie ich, noch mehr spezielle Möglichkeiten ausschöpfen will wie z.B. Makrofotografie, Vogelfotografie, usw., der legt sich eine Spiegelreflexkamera zu.

Grafik unten stellt die unterschiedlichen Sensoren-Größen da, und zeigt somit, um so kleiner der Sensor, um so kleiner der Bildausschnitt beim Fotografieren beim gleichen Standort.


Die Objektive

 

Bei den Objektiven sieht es mit der Wertbeständigkeit besser aus. Sie bestehen hauptsächlich aus jahrhunderte alte Erfahrungen an Technik und Optik. Darum sind gute Objektive wertbeständiger und tragen zum großen Teil an der Qualität der Aufnahme bei. Selbst gute analoge Objektive kann man heute noch durch Adapterringe einsetzen.

Als Einsteigerobjektiv würde ich euch ein Zoomobjektiv, oder auch Reisezoom, nahelegen. Da gibt es natürlich auch Preisunterschiede. Die Hauseigenen von Canon und Nikon sind sehr gut aber auch sehr teuer. Sigma und Tamron bieten hier im Test sehr gute Linsen an, die weit unter dem Preis der erwähnten Hersteller liegen. Vorteil beim Zoom- bzw. auch Reiseobjektiv: ihr könnt vom vernünftigen Weitwinkel, bis zu akzeptablen Zoomweiten alles abdecken. Auf meinen Reisen war dieses Objektiv immer ausreichend und ich brauchte nicht groß wechseln und andere Linsen rumschleppen.

Die allermeisten neuen Objektive verfügen über einen Bildstabilisator. Dieser erkennt im Zusammenspiel mit der Kamera, leichte Verwacklungen und versucht sie auszugleichen. Dies ist bei kritischen Lichtverhältnisse und langen Verschlusszeiten hilfreich.

Ja, und dann gibt es noch spezielle Objektive, auf die ich noch im Laufe des Workshops eingehen werde.

 

Tipp: www.traumflieger.de gibt es Testergebnisse und Preisvergleiche


Eine vernünftige Fototasche

Eine Foto-Tasche sollte nicht zu groß und nicht zu klein gewählt werden. 

 

Tipp: Für die Größe gilt: sie sollte bequem die Kamera aufnehmen, und Platz vorhalten für ein späteres zweites Objektiv. Natürlich sollte Kleinkram wie Filter, Ersatz-Akku, Ersatzspeicherkarte und Fernauslöser auch verstaubar sein.

 

Beispiel links, eine Fototasche, die auch noch als kleiner Rucksack ausgeführt ist. Für 35 - bis 45,-€ bekommt ihr schon was Gutes.

Natürlich kann es hier an Größe und Preis nach oben gehen.

 

Tipp: Vogelfotografen sollten darauf achten, dass der Fotokoffer auch den Richtlinien für Handgepäck in den Flugzeugen entspricht. Die Abmaße sind bei den Fluglinien zu ersehen. Teure Kamera und Objektiv nimmt man ungerne in den Koffer.


Ersatz-Akku

 

Das Geld solltet Ihr ausgeben. Nichts ist schlimmer, wenn man im vollem Gange ist und der Akku macht einen Schwan. Dieses Erlebnis hat wohl schon jeder erlebt.

 

Tipp: Hier reicht auch ein Akku, der nicht original vom Hersteller kommt. Spart die Hälfte an Kosten.

 

Ersatzspeicherkarte

 

Verhält sich wie Ersatz-Akku.

 

Tipp: Eine zweite Ersatzspeicherkarte kann kleiner gewählt werden. Spart auch Kosten.


Stativ und Kugelkopf

 

Früher oder später kommt ihr an einem Stativ nicht vorbei. Gerade bei Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten (auch bei Aufnahmen mit dem Grau-Filter, werden wir noch behandeln). Oder großen Brennweiten (Vogelfotografie). Die Preisspanne ist hier sehr groß. Das Problem bei Stativen ist, um so schwerer das Stativ, um so besser der Halt. Aber will man ein schweres Monstrum rumschleppen, gerade im Urlaub? Alternatives Zauberwort heißt Karbon, leider noch sehr teuer.

Das Beispiel links zeigt eine gute Kombination. Teleskopverstellung und integrierten Kugelkopf. Wenn die Stativstange noch schwenkbar ist, wäre dies ideal. Eine schwenkbare Stativstange ist nützlich bei der Makrofotografie, um auch vom Boden aus fotografieren zu können.

 

Tipp:

- auf leichte Handhabung achten

– stabiler Halt, nicht zu labil in der Ausführung

– darf nicht zu schwer sein

– auf gute Verstell-Möglichkeiten achten.

- Möglichst mit Kugelkopf für schnelle flexible Verstellungen.

– Preis ab 80,- €, mit Kugelkopf ab 140,-€. Von Stativen um 35,- € rate ich ab.

- kauft nicht übers Internet. Es ist vorteilhaft, sich selber beim Händler einen Eindruck zu bilden.

– Stativ beim Fliegen nicht ins Handgepäck mitnehmen. Das gibt Ärger. Am besten im Koffer verstauen.


Bohnensack

 

Oft reicht schon ein Bohnensack für sicheren Halt aus.

 

Tipp: Den kann man selber basteln oder von Muttern nähen lassen. Kissen mit Bohnen füllen und schon ist er fertig. Anleitungen findet ihr auch im Internet.

 

Dies ist die schnellste, leichteste und billigste Alternative.

Für Vogelfotografen ein Muss. Er kann auf langen Touren bequem mitgenommen werden. Viele Vögel lassen sich aus dem Auto heraus gut fotografieren. Bohnensack auf die Fensterbrüstung legen und es kann losgehen.


Zirkular-Polfilter, Grau-Filter 

 

Da diese Filter wirklich klasse sind, behandele ich sie nachher separat.

Hier aber vorweg Tipps für den Kauf:

 

Tipp:

- Es gibt eine renummerierte deutsche Firma „B&W“ die hervorragende Filter herstellt. Aber es gibt auch gute Produkte aus China und Japan für die Hälfte Geld (so um die 50,- €). Diese schneiden im Test nicht unwesentlich schlechter ab. Sie heißen Haida und Hoja.

 - Falls ihr schon neben einem Reisezoom ein weiteres Objektiv habt, z.B. ein Weitwinkelobjektiv, achtet auf das Filtergewinde. Wollt Ihr den Filter auf beide Objektive benutzen, das Filtergewinde aber abweicht, gibt es Adapterringe für wenig Geld. Dann den Filter mit dem größeren Filtergewinde kaufen und ggf. runter adaptieren.

- So einen Filter kann man sich auch mal zum Geburtstag wünschen.

 

UV-Filter

 

Der UV-Filter wird oft beim Kauf eines Objektives empfohlen. Er soll das Objektiv, sowie den Sensor vor UV-Strahlen schützen. Aber, alle modernen Objektive haben schon eine UV-Versiegelung, sodass das Argument schlichtweg falsch ist. Ein zweites Argument kann aber zu einem Kauf animieren und zwar der Schutz vor Beschädigung der Objektivoberfläche bei Stößen. Hier würde erst der billige Filter kaputt gehen. Es bleibt euch überlassen, für einen Kauf eines UV-Filters.


Kabelauslöser 

 

Ab 10,-€ kann man ihn schon kaufen. Er hilft besonders bei langen Belichtungszeiten verwackelungsfrei zu fotografieren. Siehe auch Abendfotografie und Makrofotografie.


Die Menüführung einer Digitalen Kamera

 

Jeder Hersteller hat seine eigene Philosophie bei der Menüführung. Das macht die Arbeit für mich als Dozent nicht ganz einfach. Selbst Canon wechselt innerhalb seiner Modelle die Funktionsanordnung. Aber, es gibt Grundfunktionen, die jede Digi hat, bloß wo finde ich sie? :-(

In diesem Teil des Lehrganges möchte ich die Grundfunktionen euch zeigen und erklären.


Bildaufbau die Grundregeln

 

Zitat:

„Wer als Anfänger die Gestaltungsregeln der Fotografie ignoriert, hat keinen Verstand. Wer sich aber fotolebenslang daran klammert, hat keine Phantasie.“
Detlev Motz


Die Eindrittel/Zweidrittelregel und der Goldene Schnitt

 

Kommen wir zu einem der wichtigsten Einflüsse für ein gelungenes Bild, „der Bildaufbau“. Hier entscheidet es sich, ob ein „Wow“ oder ein gelangweiltes „Naja“ herauskommt. Wir Menschen werden schon von Kindheit an auf gewisse Schönheitsmodelle geprägt und einige sind uns von der Natur aus vorgegeben. Auch wenn wir es nicht wirklich erklären können, warum uns das eine oder andere Bild gefällt, liegt es in diesen von uns instinktiven Wahrnehmung der Schönheitsidealen. Schon die alten Griechen haben dies erkannt und daraus eine Wissenschaft entwickelt. Jeder von uns hat schon mal was vom „Goldenen Schnitt“ gehört. Ich werde jetzt ein Teufel tun diesen zu definieren, sonst schaltet ihr gleich die Seite aus. Es gibt heute bei einigen Bildbearbeitungsprogrammen Hilfslinien, die die Aufteilung nach dem Goldenen Schnitt zeigen. Aber ehrlich, mit dem oben genannten Instinkt und ein wenig Übung hat man den Bogen schnell raus. Eine zweite und einfachere Regel die sich an den Goldenen Schnitt annähert, ist die Zweidrittel - Eindrittel – Aufteilung. Siehe hier auch das Beispielbild oben. Hiermit können schon sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Zum Beispielbild:

Der Teide (der alles bestimmende Berg auf Teneriffa) liegt im Hintergrund mit seiner schneebedeckten Kuppe im Kontrast zum blauem Himmel. Der berühmte Los Rogues liegt im ersten Drittel links, ein Fels im rechten Drittel unten. Im Vordergrund ein bisschen Gestrüpp, bildet die dritte Ebene und runden das Bild ab. Eine optimale Aufteilung. Ohne mich jetzt zu loben, aber diese Aufteilung erfolgt bei mir schon voll automatisch (natürlich durch meine langjährige Erfahrung in der Fotografie). 

 

Tipp: Fotografiert ein markantes Motive in eurer Nähe. Versucht möglichst viele Standorte zu wählen. Versucht den besten Blickwinkel zu finden und die Eindrittel / Zweidrittelregel einzuhalten. Bezieht den Vordergrund mit ein. Fragt ruhig mal eure Lieben, welches Bild  ihnen am besten gefällt und vielleicht fragt ihr sie auch, warum.


Vordergrund mit einbinden

 

Wichtig bei Landschaftsbildern und überhaupt ist, den Vordergrund mit einzubeziehen. Nur den Berg ohne Vordergrund abzulichten wirkt langweilig. Ein toter Zweig, oder ein Fels im Vordergrund belebt das Bild. So wirkt das Bild dreidimensional und bietet dem Betrachter einen Anker, siehe Beispielbild links. Hierbei ist zu beachten, dass die Schärfe von vorn bis hinten möglichst gleich scharf ist. Wie wir dies erreichen, wird später unter "Die richte Schärfe" und Landschaftsfotografie erklärt.


Einen natürlichen Rahmen schaffen

 

Einen Rahmen schaffen für sein Hauptmotiv. Z.B. durch eine Schießscharte fotografieren. Zwischen zwei Bäumen rechts und links begrenzen. Der Betrachter fühlt sich geborgen. Das Höhlenprinzip. Siehe auch Beispiel links. Der Blick des Betrachters wird auf das Motiv gelenkt und erhöht somit die Aufmerksamkeit.


Bild nicht überladen - weniger ist mehr 

 

Nicht alles muss aufs Bild. Es ist mit der erste Anfängerfehler der gemacht wird. Man hat die Kamera in der Hand und will alles was man sieht aufs Bild nehmen. Das Kind, das Haus, den Garten, den Himmel und den Hund. Solche Bilder wirken überladen und sind nicht Fisch und nicht Fleisch. Der Betrachter ist oft überfordert und weiß nicht, wo er zuerst hinschauen soll.  Also, und darauf werde ich
gleich bei der kreativen Gestaltung eines Bildes näher darauf eingehen, „Weniger ist oftmals Mehr“. Hier ein Bild mit einem schönen Ausblick, aber keinen richtigen Anker für den Betrachter und zu viel Informationen. Langweilig!


Kreative Bildgestaltung

 

 „Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings dauern“, Zitat, Leica

 

Der Mensch gilt als einziges Lebewesen, den man Kreativität bescheinigt. Die ersten kreativen Fotos entstanden vor ca. vierzigtausend Jahren. Es sind Höhlenmalereien in Südfrankreich, Spanien und Afrika. Die damaligen Menschen hatten zwar keinen Fotoapparat im herkömmlichen Sinne, aber sie hatten ihre Umwelt im Kopf und brachten diese kreativ mit Pusten und Sprühen auf die Wände. Ich möchte in diesem Abschnitt paar Tipps geben, eure kreativen Talente zu stärken. Es bedarf manchmal nur kleine Veränderungen.


Positionswechsel bewirkt Wunder

 

Oft sehe ich an exponierten Orten, wie Personen immer von der selben Stelle fotografieren. So entstehen immer die gleichen Bilder vom Eiffelturm, Taj Mahal und so weiter. Für viele Touris ein Dokument – ich war da, mehr aber auch nicht. Oft reicht es schon, in die Knie zu gehen und siehe da, es ergibt sich schon eine neue Perspektive, die beim Zeigen der Bilder zu Haus schon auf Bewunderung stoßen kann. Auch mal ruhig nach rechts oder links gehen, dort wo keine Touris stehen. Hier ein Beispiel von einer Pflanze Namens Bocksbart. Ihre Fruchtstände ähneln stark an einer Pusteblume. Sind aber größer (wie ein Tennisball). Mir viel die Pflanze auf und ich dachte, da machst du mal ein Bild (mehr zur Dokumentation). Einfach von oben, keine Mühe gemacht mich zu bücken. Aber ich wusste schon, dies wird für dich ein Projekt. Projekt Bocksbart entstand, fotografiert mit meinem Makro.
Ein schönes Beispiel, wie ein unscheinbares Motive mit Positionswechsel herrlich in Szene gesetzt werden kann.


Weniger ist Mehr

 

Es ist nicht immer erforderlich, das Motiv in seiner ganzen Fülle darzustellen. Oft reicht schon ein Teilausschnitt aus, siehe links. Dies gilt auch für Portraits. Es kann ein schönes Stielelement sein. Am Beispiel links  habe ich den Schwerpunkt der Blume mit ihren Blütenstempel nach außen gelegt. Siehe auch oben Bildaufteilung Eindrittel-Zweidrittel-Regel. Zudem wird die Phantasie des Betrachters angeregt. Wie sieht die Blume im ganzen aus? Und es gibt vieles zu entdecken. Der detaillierte Aufbau des Blumenstempel würde bei einer Vollbildaufnahme verloren gehen.


Bewegungen und Dynamik vermitteln

 

Eine weitere „kreative Schraube“ ist, die Bewegung in den Bildern darzustellen. Bei Vogelfotografien ist es immer schön mit einer kurzen Verschlusszeit zu arbeiteten. Man sieht Einzelheiten im Gefieder beim Flug, die einen sonst verborgen bleiben. Ich gehe hier noch näher im Punkt Blendenautomat und Vogelfotografie ein.

Schön ist es auch eine gewisse Bewegungsunschärfe zu nutzen, um den Betrachter mitzunehmen beim Dynamikgefühl. Ich gebe zu, ich bin ein großer Fan von diesen Techniken und immer am überlegen, welche setze ich wann ein. Hier die 4 wesentlichen Techniken:

– Bewegung einfrieren, heißt kurze Verschlusszeit einstellen von ca. 2000/s (bei Vogelaufnahmen). (Beispiel Bienenfresser)

– Kamera mitziehen mit dem scharf dargestellten Motiv (Sport und Vogelfotografie). Verschlusszeit um 60/s.(Beispiel Motorradfahrer)

– 100/s – eine gewisse Unschärfe zulassen, das Motiv wird teilweise unscharf, die Umgebung bleibt scharf.(Beispiel fahrender Zug)

– Grau-Filter Aufnahmen (bewegtes Wasser, Wolken, Wasserfälle und vieles mehr). Verschlusszeiten von 2 min. und mehr. (Beispiel Wasserlauf, Birke im Wind)


Und noch mehr Möglichkeiten

 

Es gibt natürlich noch mehr kreative Möglichkeiten, die ich hier nur mal stichwortartig aufführen werde. Viele kommen auch noch im Laufe des Workshops zur Sprache.
– Farben bewusst einsetzen. Komplementäre Farben beachten.

– Wassertropfen erzeugen oder natürliche ausnutzen (Blumenaufnahmen, siehe Fotorezept "Blumenfotografie")

– Froschperspektive suchen oder bewusst den Horizont schräg stellen.

– Schwarz/Weiß oder High-Key/Low-Key- Aufnahmen generieren

– abstrakte Fotografie, siehe Bild oben. Dieses Bild habe ich im Schlosspark Wolfsburg zur Zeit der schönsten Herbstfärbung gemacht. Die  aufgestellten Metallskulpturen sind teilweise ausgebeult. Die Spieglung der Herbstfärbung ergab ein interessantes optisches Spiel.

Ihr seht, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und vielleicht entdeckt ihr euren ganz eigenen neuen kreativen Stil.


Licht – Feind und Freund

 

Als ich mit acht Jahren meine erste Kamera geschenkt bekam, gab mir mein Vater als erstes auf den Weg „nicht gegen das Licht fotografieren“. Heute sag ich, erst recht gegen die Sonne fotografieren. Aber dazu später mehr. Der Sensor der Kamera verhält sich eigentlich wie ein menschliches Auge. Durch die Blendeneinstellung kann mehr oder weniger Licht auf den Sensor einfallen, so wie unsere Pupillen sich zusammenzieht, wenn wir angestrahlt werden. Hat man gleichmäßige Lichtverhältnisse, kann man sehr gut die gesamte Umgebung wahrnehmen. Sind die Lichtunterschiede zu unterschiedlich, haben wir Probleme und lösen dies, indem wir gezielt uns auf ein Objekt fokussieren und somit die Pupille unseres Auges ändern. Das gleiche können wir auch mit unserer Kamera machen, mit der Spottmessung. Dann ist aber der Rest entweder unter- oder überbelichtet. Ein Dilemmer, den wir nur mit einigen Tricks her werden (dazu mehr unter HDR-Technik im Laufe des Workshops). Trotzdem möchte ich euch ermutigen, euch auch an die kritischen Bereiche heranzuwagen. Das Thema Belichtung behandeln wir im nächsten Abschnitt. Mehr auch unter Fotorezepte "Gegenlichtaufnahmen"


Von der Voll-Automatik zu den Kreativprogrammen

 

Die heutigen Kameras können uns viel Arbeit abnehmen. Und dies ist auch oft gut so. Es gibt immer ein Rädchen indem man entscheiden kann zwischen mehreren Funktionen. Aber auch immer ein Programm „Vollautomatik“. Hier kann, ohne groß zu überlegen, gleich loslegt werden. Für viele in der Anfangsphase sehr, sehr hilfreich. So kann man sich erst mal mit dem Bildaufbau beschäftigen. Aber Ziel für uns ist, die volle selbst bestimmte Handhabung der Kamera in den Griff zu bekommen. Und hier müssen wir auch mal den Vollautomatikmodus verlassen. Ich selber verwende den Vollautomatikmodus nur noch, wenn ich auf Reisen bin. In einer Stadt z.B. wenn ich auf spontane Situation schnell reagieren muss. Neben den AV-, TV- und M-Modus (behandeln wir im nächsten Punkt), bieten die meisten Kameras auch Kreativprogramme an. Diese sind meistens eine Zwischenstufe zu der Vollautomatik und den eben erwähnten Programmen. Da kann z.B. auf Sport gestellt werden. Hier wird eigentlich das Programm so gesteuert, dass die Kamera sich schon grundsätzlich auf schnelle Bewegungen fokussiert, sprich die Verschlusszeit kurz hält.


Blenden- oder Zeitautomat – wann wähle ich die richtige Einstellung

 

Nun kommen wir zu den zwei wichtigsten Stellschrauben (eigentlich drei, dazu nachher mehr). Mit denen haben wir die Möglichkeit unsere Kreativität voll auszuschöpfen. Ich fange mit dem komplexerem Begriff an, der Einstellung AV (Aperture Value). Bei dieser Einstellung wird die Blende vor eingestellt und die Kamera errechnet die Verschlusszeit. Welchen Einfluss hat die Blende auf unsere Bilder? 

 

Je größer die Blendenöffnung (als Beispiel Blende 2,8f) um so geringer die Tiefenschärfe. Mit Tiefenschärfe wird die Durchgängigkeit der Schärfe bezeichnet. Mit einer geringen Tiefenschärfe wird nur ein Teilbereich richtig scharf. Der Hintergrund, und Vordergrund verschwimmt. Da viel Licht in die große Blendenöffnung fällt, wird sich auch die Verschlusszeit gegenüber einer kleinen Blendenöffnung verkürzen.

Große Blendenöffnungen für:
– Porträtaufnahmen

– Objekte, die gezielt hervorgehoben werden sollen, siehe Bild oben. Mit der AV-Einstellung, können wir ein gewisses Freistellen des Hauptmotivs erreichen. Heißt, ein Gesicht oder eine Blume entfaltet ihre Wirkung, ohne störende Umgebungseinflüsse. Das Umfeld verschwimmt, um so mehr um so besser. Es wird dann von einem schönen Bukeh gesprochen.

 

Je kleiner die Blendenöffnung (als Beispiel Blende 16f) um so höher die Tiefenschärfe. Mit einer hohen Tiefenschärfe wird im besten Fall alles scharf dargestellt. Vom Vordergrund bis zum Horizont. Die Verschlusszeit wird gegenüber einer großen Blendenöffnung länger. Soweit die Theorie. Nun zu den Anwendungsbereichen:
– Landschaftsaufnahmen

– Detailaufnahmen für Dokumentationen

 

Vorsicht: die Kameras/Objektive bieten Blendenöffnung bis 32f an. Hier kann es aber passieren, dass genau
wieder das Gegenteil eintritt, es gibt Objektivverzerrungen, die Außenbereiche werden unscharf. Empfehlung, Einstellungen von 8f bis 16f, nicht mehr. Weniger ist auch hier mehr.

Es klingt widersprüchlich: kleine Blende 16f ist von der Zahl größer als große Blende 2,8f. Erklärung hierfür: eigentlich muss es heißen 1/16f oder 1/2,8f also Mathe 4. Klasse, es handelt sich um den Kehrwert.

 

Zwei Beispielbilder mit dem gleichen Motiv aber einmal mit großer, und einmal mit kleiner Blende.

Die zweite Stellschraube ist die Verschlusszeit TV (Time Value). Bei dieser Einstellung wird die Verschlusszeit vor eingestellt und die Kamera errechnet den Blendenwert. Also haben wir auf die Tiefenschärfe wenig oder gar keinen Einfluss. Anwendungen bei Sport- und Tieraufnahmen.

Natürlich gibt es für beide Einstellung AV oder TV auch noch separate Anwendungsbereiche. Das werden wir im Workshop noch ausführlich diskutieren.

 

In der Vogelfotografie gebe ich oft die Zeit vor. Nur so entstehen schöne Flugaufnahmen, wie hier von den Basstölpeln.

Nun eine weitere und sehr hilfreichen Stellschraube – der ISO-Wert.

In dem digitalen Kamerazeitalter hat dieser Wert einen großen Anteil, selbst bei geringen Lichtverhältnissen fotografieren zu können. Ich kenne ISO- oder ASA Filme noch aus der analogen Zeit. Diese gab es in begrenzter Ausführung und wurden hauptsächlich von Profis für ganz bestimmte Anwendungen benutzt. Schon damals wusste ich, hoher ISO-Wert geht einher mit Bildqualitätsverlust durch das Rauschen (Grobkörnung). Was versteht man unter Rauschen? Bei den analogen Filmen hat man die Körnung auf der Filmfolie vergrößert. Größere Körner lassen mehr Licht durch, daher bessere Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen, aber auch eine schlechtere Bildqualität. Ähnlich verhält es sich bei den heutigen Digitalkameras. Ich bin aber immer wieder erstaunt, wie hoch man heute den ISO-Wert hochschrauben kann. Und die Sensoren / Software in den Kameras werden immer besser. In zehn Jahren werden wir sicherlich in Stock dunklen Räumen Bilder machen können, ohne Blitzgerät und Qualitätsverlust. Aber aktuell gilt - Vorsicht bei hohen ISO-Werten, die Qualität der Auflösung kann leiden.

 

Zum Schluss haben wir noch den M-Modus (Manuel). Bei diesem Modus können wir die Zeit, sowie die Blende und ggf. auch den ISO-Wert vor einstellen. Diesen Modus verwende ich selten. Brauchen wir aber bei der Panoramafotografie. Dazu später mehr unter dem Punkt Panoramafotografie.


Blende, Zeit oder ISO? Eine kurze Zusammenfassung

 

Links in der Grafik findet ihr zusammengefasst die drei Stellschrauben für eine Kameraeinstellung und deren Abhängigkeiten.

 

- Blende

  - große Blende (f 1,4) für Portraits, und Motive, die alleine wirken sollen, ohne störenden Hintergrund

  - kleine Blende (f 11) für durchgängige Schärfe wie z.B. bei Landschaft-Fotografie

 

- Verschlusszeit

  - lange Verschlusszeit ( 60s noch aus der Hand) bei schlechten Lichtverhältnissen, oder bei Nachtaufnahmen auf dem Stativ (1s oder länger).

  - kurze Verschlusszeit bei schnellen Bewegungen wie z.B. bei Sport- und Vogelfotografie

 

- ISO

  - kleine ISO-Zahl, wenn die Bilder sehr scharf sein sollen, z.B. Landschaftsaufnahmen.

  - hohe ISO-Zahl bei schlechten Lichtverhältnisse.

 

 

Quelle der Grafik "Wunderkarten.de"


Die richtige Schärfe ist alles – was muss ich beachten

 

Wenn Bilder richtig gut rüber kommen, dann liegt es oft an der Schärfe.
Hier paar Tipps, was man beachten sollte und wie man die optimale Schärfe herausholen kann.

 

Bei Tieraufnahmen und auch für Menschen gilt, alles kann unscharf sein, bloß das Auge muss rattenscharf sein. Egal ob Libelle, Frosch, Vogel oder Pferd. Achtet mal auf Bilder in Zeitschriften, die Tieraufnahmen beinhalten. Also fokussiert immer auf das Auge.

 

Landschaftsbilder überzeugen erst, wenn sie durchgehend scharf sind. Dies erreicht ihr, indem ihr eine kleine Blende verwendet, so 8f bis max. 16f. Ich habe schon oben darauf hingewiesen, den Blendenwert nicht bis zum Anschlag hochzuschrauben. Profis verwenden folgenden Trick: Sie fokussieren manuell und legen den Schärfefokus auf das Ende des ersten unteren Drittel. So wird das Bild von vorn bis hinten scharf, siehe auch Bild oben.


Bei Makroaufnahmen sind hohe Ansprüche an die Schärfe erforderlich, zumal kleinste Abweichungen im Fokusbereich, sowie Bewegungen zu Unschärfe führen. Deshalb wird oft, oder immer ein Stativ (oder auch Bohnensack) verwendet. Zusätzlich ist es ratsam, mit Fernauslöser, oder mit Selbstauslöser zu arbeiten. Das Drücken auf den Auslöseknopf kann schon leichte Bewegungen hervorrufen. Und um noch sicherer zu gehen, aktiviert man die Spiegelverriegelung. Selbst das Hochschwingen des Spiegels ergeben kleinste Erschütterungen. Und manuell Fokussieren. Der Autofokus ist im Nahbereich oft überfordert und springt dann hin und her. In der Praxisanwendung werden alle Szenarien durchspielen.

 

Tipp  Wenn ihr mit dem Stativ arbeitet, immer den Bildstabilisator ausstellen. Hier wirkt er kontraproduktiv. Das Objektiv erzeugt Vibrationen, immer auf der Suche nach Bewegungen.

 

Hohe ISO-Werte vermeiden. Rauschen geht zu Lasten der Schärfe, siehe auch oben.

 

Serienaufnahmen erstellen. Oft wird das erste Bild durch das Drücken des Auslösers leicht unscharf. Wenn die Kamera aber erst mal loslegt mit der Serienaufnahme, habt ihr eine stabile Haltung erreicht. Ein Bild wird davon schon scharf sein. Im digitalen Zeitalter kostet ein Bild ja nichts, höchsten Speicherplatz.


Makrofotografie - die Welt aus einer anderen Sicht

 

siehe auch unter Lehrgangsunterlagen "Makro-Fotografie".


Landschaftsfotografie – Grundregeln

 

Viele Regeln für eine schöne Landschaftsaufnahme habe ich schon bereits behandelt. Ich fasse sie hier noch mal kurz zusammen:


– kleine Blende so 8f, nicht kleiner 16f

– gegebenenfalls manuell fokussieren auf oberes untere Drittel

– ein schönes Wolkenbild ist die halbe Miete

– gegebenenfalls mit Stativ arbeiten für durchgängig scharfe Bilder

– gegebenenfalls rechts und links begrenzen durch Bäume, Berge usw.

– Vordergrund mit einbeziehen (Büsche, Steine usw.)

– weiches Licht ausnutzen (kurz nach oder vor Sonnen-Auf- / -Untergang fotografieren)

– Eindrittel- / Zweidrittelaufteilung beachten

– möglichst euer größtes Weitwinkelobjektiv benutzen.

Das Bild oben erfüllt die meisten aufgeführten Regeln.


Panoramabilder – Tipps und Tricks für beeindruckende Bilder

 

siehe auch unter Lehrgangsunterlagen "Panorama-Fotografie".


Graufilter – die wichtigsten Einsatzbereiche

 

Ich habe die Filter schon unter Punkt Ausrüstung hinsichtlich der Preise behandelt. Nun folgt ihr Einsatzbereich. Der Name Grau-Filter sagt schon einiges aus zu seiner Funktion. Es ist eigentlich eine Sonnenbrille für das Objektiv. Er verdunkelt künstlich. Mit dieser Abdunkelung lässt sich die Verschlusszeit  verlängern. Hilfreich bei Tageslicht, wenn man mit der Kamera an die Grenzen der „langen Verschlusszeit“ kommt. Dieser Filter ermöglicht es auch beim schönsten
Sonnenschein die Linse lange offenzuhalten. Bewegtes Wasser bekommt einen fast milchigen Eindruck (siehe auch Beispielbild). Das gleiche kann man auch bei Wolken, Windräder anwenden. Und noch ein nützlicher Effekt wird erzielt: Personen die störend auf Plätzen herumlaufen, werden durch die hohe Belichtungszeit nicht wahrgenommen. So können Orte ohne lästige Menschen ablichtet werden. Es gibt unterschiedliche Ausführungen. Von der Dichte 0,9 bis zur Dichte 4, die stärkste Ausführung. Die Firma B&W bietet auch einen Filter an, mit dem man den Verdunkelungsfaktor variabel einstellen kann. Der hat aber seinen Preis. Ich benutze den Filter mit der höchsten Dichte 4, und den würde ich euch auch nahelegen. So schön die Bilder auch sind, es hat auch einen Nachteil. Ein bisschen Aufwand ist zu betreiben. Ich beschreibe die Vorgehensweise, die dies verdeutlicht.

– Nachdem ihr ein Motiv und den Bildausschnitt ausgemacht habt, stellt ihr ein Stativ auf. Ohne Stativ sind solche Aufnahmen nicht möglich.

– Die Kamera ausrichten und den AF (Automatikfokus) am Objektive auf MF (Manuell Fokus) stellen.

– Das Modus Rädchen auf B (Bulp) stellen. Mit Bulp können wir beliebig lange belichten.

– AV Blende 9f, 11f stellen und manuell fokussieren (obere, untere Drittel, wie unter Schärfe beschrieben).

– Grau-Filter vorsichtig aufschrauben. Würden wir ihn vorher aufschrauben, müssten wir im Blindflug arbeiten.

– Den Fernauslöser betätigen und auf dem Display auf die Zeit achten.

 

Das erste Bild wird mit Sicherheit zu dunkel oder zu hell ausfallen. Es bedarf einer Versuchsreihe, bis die gewünschte Belichtung erzielt worden ist. Eine Belichtung kann 2 Minuten und länger dauern. Die Ergebnisse lassen oft alle Mühe vergessen. Auch kann es sein, dass durch den Filter ein leichter Blaustich entsteht, den man aber in einem Bildbearbeitungsprogramm schnell korrigieren kann.



Der Pol-Zirkular-Filter

 

Der oben genannte Filter hilft in zweierlei Hinsicht. Bei hohen Sonnenstand erwähnte ich, dass das Licht – laue Farben - erzeugt. Dies kann mit dem Filter korrigiert werden. Satte Farben, blauer Himmel sind das Ergebnis, die Farben werden verstärkt, siehe Bild links.  

Der zweite Anwendungsbereich lässt Spiegelungen auf dem Wasser und Fensterscheiben verschwinden. Man schaut durch den Sucher, dreht am Ring, bis die Spiegelung verschwindet. Man sieht die Fische und Pflanzen unter der Wasseroberfläche. Also ein Wunderfilter. Verwenden tue ich ihn nur bei grellem Tageslicht, oder wenn ich Spiegelung, z.B. auf Glasflächen, Wasseroberflächen, eliminieren möchte.


RAW-Format oder JEPG oder sogar beides?

 

Heutzutage bieten fast alle Kameras neben JEPG auch RAW in ihrer Einstellung „speichern als“ an. Was ist RAW? Eigentlich sind es die Rohdaten, die die Kamera erzeugt. Hieraus werden kameraintern JEPG-Bilder generiert, wie wir sie kennen. Die RAW-Daten sind bis zu viermal so groß als ein JPEG-Bild. Wenn meine Kamera ein Bild in JEPG ausspuckt, hat es eine Größe von ca. 6MB, das gleiche Bild in RAW hat 24MB. Das ist der Grund, weshalb Canon und Co die Datenmenge mit JPEG auch eingrenzen wollen, um die Speicherkapazität zu begrenzen. Heutzutage haben sich die Speicherkartenkapazitäten und auch die Schnelligkeit der Verarbeitung rasant nach vorne entwickelt, sodass man über die Verwendung des RAW-Formates neu nachdenken sollte. Aber wo liegt der Vorteil beim RAW-Format? Es ist die Menge an Informationen, die hier noch zur Verfügung stehen. Eine nachträgliche Bearbeitung der Bilder, steht nichts mehr im Wege. Blaustich? Kein Problem. Man geht in einen RAW-Konverter (oft liefert der Hersteller schon beim Kauf einer Kamera ihre Version eines RAW-Konverters mit) und ändert schnell den Tonwert. Ich empfehle euch für besondere Bilder die ihr macht, zumindest dann auf RAW- und JEPG-Format zu speichern. Ich persönlich speichere nur noch in RAW-Format. Alle meine Bilder die ich präsentiere durchlaufen den RAW-Konverter von Ligthroom 6. Unter Punkt Bildbearbeitung gehe ich noch intensiver auf dieses Thema ein.


HDR-Aufnahmen und Nachtaufnahmen

 

Nun kommen wir zu den letzten Tipps und Trick in unserem Workshop. Zuerst: wann machen HDR-Aufnahmen einen Sinn? Ich habe unter Belichtungen schon den Fall beschrieben, wann der Sensor überfordert ist, nämlich wenn extreme Lichtverhältnisse im Spiel sind. Dann errechnet die Kamera einen Mittelwert, der überhellte und überdunkelte Bereiche zeigt. Beispiel, wenn ihr in Kirchen die schöne Atmosphäre einfangen wollt, wird dies euch nur bedingt gelingen. Abhilfe bringt hier ein Trick. Es werden drei Bilder aufgenommen. Sie müssen deckungsgleich sein, also mit Stativ arbeiten. AV-Modus einstellen und die Blende 9f, 11f, nicht kleiner 16f wählen. Dann die Kamera auf Belichtungsreihen stellen. Ich empfehle den Wert +- 2 einzustellen (Unterschied der Blendengrößen). Die erste Aufnahme wird normal belichtet, die zweite unterbelichtet, die dritte überbelichtet. Bei der unterbelichteten Version werden jetzt die sehr hellen Bereiche richtig dargestellt. Z.B. in den hellen Fenstern kann man nun die Struktur (Gitter, oder Glasmalereien) erkennen. Bei der überbelichteten Variante erkennt man die Struktur der Bänke und Mauerteile. Nun müssen diese Bilder zusammengefügt werden. Hier gibt es zwei Wege. Der erste Weg ist eine kamerainterne Verarbeitung. Die EOS 650D und die EOS 70D verfügen über so eine Funktion. Wenn eure Kamera nicht über so eine Funktion verfügt, müssen die Bilder mit einer speziellen Software fusioniert werden. Es gibt eine Freeware-Software und heißt Luminance. Sie kann problemlos heruntergeladen werden. Wem diese Version nicht ausreicht, da ihr richtig gefallen bekommen habt an dieser Form von Aufnahmen, empfehle ich Photomatrix Pro. Diese Software wird auch von Profis verwendet. Die Handhabung ist überschaubar. Kostet so um die 80,- €. Mit den HDR-Programmen kann man aber noch mehr machen und den Bildern nachträglich einen malerischen Effekt verpassen. Dies ist teilweise sehr beliebt, aber bei einigen auch umstritten. Hier nun Beispiele. 

 

siehe auch unter Lehrgangsunterlagen "Fotografieren am Abend" und Fotorezept "kritische Belichtungen"

- Bei dem ersten Bild errechnet die Kamera einen Kompromiss in ihren Blendenstufen-Grenzen. Das ist das, was uns die Kamera als Endbild anbietet.

- die zweite Aufnahme ist generell unterbelichtet. Aber die Fassetten des Fenster hinten sind zu erkennen. Dies können wir auch real mit dem menschlichen Auge wahrnehmen.

- die dritte Aufnahme ist generell überbelichtet. Die dunkleren Bereich treten besser hervor.

Beim Einzelbild habe ich mit Lightroom versucht die Lichter und Tiefen noch herauszuarbeiten. 

Der Ausschnitt zeigt, dass die Farben der Fassetten im Fenster nicht zu erkennen sind.

Das HDR-Bild aus drei Bilder zeigt mehr Details und wirkt ausgeglichener

Die Farben der Fassetten sind schön zu sehen.



Bildbearbeitungsprogramme


Wie schon in einigen Absätzen zwischen den Zeilen erwähnt, sind Bildbearbeitungsprogramme sehr hilfreich. Vielleicht arbeitet ja der ein oder andere schon damit und hat Erfahrungen gesammelt. Es gibt einen Wust von Programmen und ich möchte versuchen in diesem Absatz Euch eine kleine Hilfestellung zu geben. Der Marktführer ist Adobe mit seinen Programmen. Vorneweg Photoshop. Wenn du alle Anwendungen haben möchtest, kannst du das Programm seit letztem Jahr nur noch mieten. Je nach Ausstattung zwischen 10,- bis 60,- € im Monat. In einem Jahr wären das dann 120,- bis 720,- €. Das ist eine Menge Geld. Adobe bietet aber weiterhin abgespeckte Versionen zum Kauf an. Hier kann ich Ligthroom 6 empfehlen. Kostet so um die 100,-€. Für das Geld bekommt man aber ein übersichtliches Tool, das folgende Funktionen abdeckt:


– Datenverwaltung – wer viel Fotos macht ganz hilfreich einen schnellen Workflow aufzubauen.

– Bildbearbeitung mit RAW-Converter. Mit diesem Tool bearbeite ich 99% meiner Bilder. Auch JEPG kann hier bearbeitet werden.

– Fotobücher erstellen. Sehr komplexes Tool mit vielen Möglichkeiten sein Fotobuch individuell zu erstellen. Ich persönlich verwende hier andere Onlineanbieter, dazu später mehr.

– Bearbeitung von GPS-Daten. Falls ihr ein Zusatzgerät mit der GPS-Funktion habt und anwendet. In der EOS 6D ist ein GPSSender integriert.

– DIA-Show erstellen.

– Drucken > Optionen für Druckereinstellungen, Layout usw.

– WEB Einstellungen

 

Der wichtigste Punkt ist die Bildbearbeitung mit dem RAW-Konverter. Wer noch intensiver in die nachträgliche Bildgestaltung einsteigen möchte, gibt es das Programm Elements 14, auch von Adobe. Hier kann mit Ebenen arbeitet und mehr manipuliert werden. Ich besitze auch dieses Programm. Nutze es selten, da mein Hauptziel es ist, die Bilder so authentisch wie möglich zu halten. Es sei denn, ich erstelle bewusst zu gewissen Anlässen wie z.B. Geburtstag, Hochzeiten spezielle Karten.

Es gibt ein Bildbearbeitungsprogramm als Kampfansage an Adobe. Es heißt GIMP und kann umsonst heruntergeladen werden. Ich habe es auch mal mit GIMP versucht. Erstmal ist es ein löbliches Ziel der GIMP-Programmierer, das Monopol von Adobe und damit auch Preisdiktat die Stirn zu bieten. GIMP erlernt man nicht mit „laerning by doing“. Ich habe extra hierzu ein Lehrgang an der VHS besucht. GIMP wird weltweit von jungen ambitionierten Programmieren erstellt. Das eine Tool in Australien, das andere in Mannheim. Leider leidet dadurch die Durchgängigkeit der Programme und erschwert zusätzlich die Anwendungen. Ich hoffe trotzdem, dass dieses Projekt weiterhin vorangetrieben wird, um den Monopolisten Adobe den Geldhahn zuzudrehen.

Ein sehr empfehlendes Programm ist HUGIN. Es erstellt Panoramabilder. Dieses Programm kann für umsonst herunterladen werden. In verschiedenen Test schneidet es, gegenüber käuflichen Programmen, sehr gut ab. Die Anwendung ist einfach.

Das HDR-Progrann Luminance ist für free zu haben. Wer es noch besser möchte, muss in die Brieftasche greifen. Mit der Marktführersoftware von Photomatrix Pro seit ihr mit 80,-€ dabei.

Im Lightroom 6-Paket ist auch eine HDR- und Panoramaerstellung möglich.


Bilder präsentieren

 

Hierzu gibt es von mir einen extra Lehrgang am 11.11.17 an der VHS, da das Thema sehr umfangreich ist "Bilder präsentieren". Anmeldungen demnächst auf der VHS-Seite möglich, siehe auch "Meine Termine".


 Literaturhinweise

 

Da die Digitale Fotografie immer beliebter wird, gibt es logischer Weise auch immer mehr Literatur in Form von Büchern und Heften. Ich möchte euch nur drei Bücher mit ruhigen Gewissen empfehlen.


Fotorezepte I und II von Scott Kelby

Übersichtlich mit vielen, vielen Tipps, rund um die Fotografie. Mit Humor geschrieben.

 

Handbuch der Vogelfotografie

Von drei jungen Finnen mit viel Herzblut geschrieben. Wunderschöne Bilder und viele Tipps und Tricks. Nicht nur für Freunde der Vogelfotografie ein Genuss.


Makrofotografie – der große Fotokurs

Autoren dieses herrlichen Lehrbuches ist das Ehepaar Sänger. Hier wird man schön in die Geheimnisse der Makrofotografie eingeführt, unterlegt mit wunderschönen Aufnahmen. Bei allen Lehrgängen, Bücher, Heften, Internetforen gilt, wie bei allen Hobbys → reingehen in die Praxis und fotografieren, fotografieren und fotografieren.


Ihr seht, wie komplex das Thema Fotografien ist. Vieles habe ich nur angeritzt, vieles gar nicht erwähnen können. 

Wie bei allem heißt es „Übung macht den Meister“. Wer glaubt er sei ein Naturtalent und braucht nicht zu üben, da er eh immer nur schöne Bilder macht, irrt. Meine langjährige Erfahrungen haben mich noch lange nicht zum perfekten Fotografen gemacht. Und glaubt mir, die Profis setzen auch einen Großteil ihrer Bilder in den Sand. Lasst euch von Fehlschlägen nicht entmutigen.

 

"Fotografieren ist ein wunderschönes Hobby. Wir können unsere Kreativität ausleben, die Sinne werden geschärft auf die vielen schönen Dinge überall. Man ist an der frischen Luft und bewegt sich zwangsläufig viel. Und das Fotografieren können wir, ohne Einschränkungen, bis in das hohe Alter ausführen."

Dirk Gildemann

"In jedem guten Bild steckt eine Geschichte, die die Fantasie des Betrachters anregt. Diese Geschichte entsteht nicht beim Drücken des Auslösers, sie entspringt aus der einzigartigen Sichtweise des Fotografen." Jan Peltromäki, Naturfotograf


Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.